Chronik
des
Bayern- und Gebirgs-Trachten-Erhaltungs-Verein
" Gemütliche Waldler " Brühl-Pingsdorf

1895
Bereits vor der Jahrhundertwende um zogen bayerische Landsleute - hervorgerufen einerseits durch den gewaltigen Aufschwung der Eisen- und Kohleindustrie und andererseits durch die Not und Armut in Bayern - von der Heimat fort, um in den rheinischen Industriegebieten Arbeit und Brot zu finden.

Der Betriebsleiter der "Grube Brühl" erhielt von seinem Nachtwächter Mitteilung, dass Verwandte von ihm im bayerischen Wald geschrieben hätten, dass die dortigen Waldarbeiter Arbeit und Lohn suchten. Die Bayern, alles gestandene Burschen, wurden zuerst im Erdabraum und später in den Wasserstrecken und im Kohleabbau eingesetzt. So zogen immer mehr von ihren Verwandten und Bekannten nach Pingsdorf und fanden Arbeit in den umliegenden Braunkohlegruben.

Das hohe Ansehen, das sich jene Holzfäller bei dem damaligen Betriebsleiter der "Grube Brühl" erwarben, hat sich auf die ihnen folgenden Generationen übertragen. Noch heute zählen die Nachkommen jener "Waldler", traditionsbewust bayerische Urwüchsigkeit und rheinischen Frohsinn vereinend, zu den geschätztesten Bürgern von Pingsdorf. Leider weiß man nicht mehr, wer der Nachtwächter war, der unsere Vorfahren veranlaßte nach Brühl zu kommen. Eigentlich müßte ihm am Wehrbachsweg ein Standbild errichtet werden.

1927
Der kleine Kreis der Bayern, der in Pingsdorf ansässig war, schloss sich zu einer Landsmannschaft zusammen, der zur der Gründung des Bayernvereins "Gemütliche Waldler" Pingsdorf führte. Der Name des Vereins ergab sich aus der Tatsache, dass die meisten Mitglieder der neuen Vereinigung im Bayerischen Wald ihren Geburtsort hatten. Die Patenschaft übernahm der bereits bestehende Bayernverein "Gemütlichkeit" Gruhlwerk-Heide.

1929
Unter dem Vorsitz von Franz-Xaver Linsmeier konnte die Landsmannschaft bereits ihr Vereinsbanner weihen, das das Bild der Gottesmutter trägt, unter deren besonderem Schutz der Verein sich gestellt hat.

1932
Dem jungen Verein wurde zum ersten Male die Durchführung des Gaufestes vom Rheinisch-Westfälischen Gauverband übertragen. Anfang der dreißiger Jahre übernahm der als zweiter Vorsitzender tätige Landsmann Rupert Pongratz die Vereinsführung für rund 15 Jahre.

1939
Der 2. Weltkrieg begann, der alle Vereinstätigkeit nicht nur brach legte, sondern auch große Opfer verlangte und kostete. Acht, zum Teil noch recht junge Menschenleben, blieben draußen auf den Schlachtfeldern Europas oder wurden Opfer des Bombenterrors.

1945
Beim Einmarsch der Besatzungstruppen wurde unser Vereinsbanner noch ein mitnehmenswertes Objekt der durchziehenden Kampfverbände. Aber die Gottesmutter schützte ihre Fahne vor der Mitnahme über den großen Teich. Nach fast 3-jähriger Irrfahrt war es uns vergönnt, unsere Vereinsfahne in einem Ort in der Nähe von Eitorf an der Sieg wieder zurückzuholen.

1948
Mittlerweile wechselte auch die Vereinsführung, die bis 1955 in den Händen von Alois Altmann lag.

1952
Die Landsmannschaft feierte ihr silbernes Vereinsjubiläum, dessen festliche Durchführung wiederum mit dem Gaufest des Rheinisch-Westfälischen Gauverbandes verbunden war.

1955
Heinrich Markard wurde zum 1. Vorsitzender der Landmannschaft gewählt.

1957
Die Landsmannschaft feierte ihr 30-jähriges Stiftungsfest, das mit einem "Großen Volksliedersingen" verbunden wurde.

1958
Der Landsmannschaft die Durchführung der Frühjahrs-Verbands-Tagung übertragen.

1959
Der Verein wurde mit der Gestaltung des Jugendtreffens von Rhein, Ruhr und Lippe beauftragt. Gerade in der Jugendarbeit war dem Verein nichts an Arbeit und Mühe zuviel, das zahlt sich für den Verein bis heute in einer starken und leistungsfähigen Trachtengruppe aus.

1960
Seit diesem Jahr veranstaltet der Bayernverein "Gemütliche Waldler" Brühl-Pingsdorf im Stadtzentrum von Brühl alljährlich Oktoberfeste (ehemals im Belvedere-Saal und in der Aula des städtischen Max-Ernst-Gymnasiums, heute in der Tanzsporthalle Brühl), die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen.

1962
Bei der Feier des 35. Gründungsfestes mit dem wiederum der Rheinisch-Westfälische Gauverband sein Gau-Trachtentreffen verband, stand erstmalig dem Verein ein Zeltbau (an der Badorfer Straße) zur Verfügung.

1963
Im September wirkte die Trachtengruppe in der ZDF - Sendung "Und Ihr Steckenpferd" mit Peter Frankenfeld in Berlin mit.

1963
Der Verein kauft ein Kuhglockenspiel. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und fleißiger Probenarbeit war es dann unser damaliger Vorplattler Hans Raith sen., der 1964 seine Uraufführung mit Bravour bestand. Mittlerweile gibt es mehrere Trachtlerinnen und Trachtler, die das Glockenspiel erlernt haben und es bis zum heutigen Tag pflegen.

1965
Im Oktober konnte dann die erste Auslandsfahrt des Vereins nach Frankreich gestartet werden. Eine über 40 Personen starke Delegation des Vereins fuhr für 4 Tage zur Partnerstadt von Brühl, nach Sceaux an der Seine, 9 km südlich von Paris. Ein großer bayerischer Abend wurde unseren französischen Gastgebern geboten und viele schöne Eindrücke und Erlebnisse mit nach Hause genommen.

1967
Der Verein feierte wiederum in einem Festzelt (auf dem Spielplatz Untermühle) sein 40-jähriges Vereinsbestehen, unter der Beteiligung von 28 Brudervereinen.

1970
Eine zweite Fahrt in die Partnerstadt Sceaux folgte. Mittlerweile konnten wir unsere Bretonischen Freunde aus Frankreich, die Trachtengruppe "Da Vervilken" unter der Leitung von Madame Jeanette Beaugrand, auch zweimal zu Gegenbesuchen in Brühl-Pingsdorf begrüßen.

1977
Das 50-jährige Stiftungsfest des Vereins wurde wiederum in einem großen Festzelt auf dem ehemaligen Schulplatz an der unteren Euskirchener Straße gefeiert. Franzl Lang, eine Trachtengruppen aus Frankreich und England sowie ungefähr 30 andere Trachtengruppen aus Nah und Fern rundeten den großen Rahmen zu dem goldenen Jubelfest würdig ab.

1977
Heinrich Markard legte nach 22-jähriger Tätigkeit seine Position als 1. Vorsitzender nieder und machte damit einer jüngeren Vorstandsmannschaft Platz. Seit dieser Zeit ist Christian Weber 1. Vorsitzender.

Seit dem Gründungsjahr 1927 beteiligt sich der Bayernverein am aktiven Dorfleben wie z.B. Karneval, Altenfeste, Schützenfeste, Dorf- und Schulfeste und Kirchenfeste. 1958, 1960, 1964, 1966/67 und 1980-1982 stellte der Bayernverein die Tollitäten im Karneval.

1982
Im Mai feierte der Verein sein 55-jähriges Vereinsbestehen, verbunden mit dem Rheinisch-Westfälischen Gaufest und der erstmaligen Ausrichtung des Bezirksfestes, an dem unsere Nachbar-Gaue teilnahmen, wieder in einem großen Festzelt auf dem ehemaligen Schulplatz an der unteren Euskirchener Straße.

1986
Der Verein zieht in ein neues Vereinslokal (Gaststätte "Am Walde" Inh. Familie Effer), wo er mit seinen Mitgliedern und vor allem mit der Trachtengruppe, die mittlerweile auf 12 Paare angewachsen ist, probt und zusammentrifft.

1987
DerVerein feiert sein 60-jähriges Vereinsjubiläum in der Aula des Max-Ernst-Gymnasiums am Rodderweg in Brühl unter Mitwirkung der "Drei lustigen Moosacher".

1987
Die Glockenspielgruppe wurde um eine Stubenmusik (Zither, Hackbrett, Gitarre, Baßgitarre) erweitert, mit dem Ziel, die Alpenländische Volksmusik zu pflegen.

1992
Der Verein feierte sein 65-jähriges Vereinsjubiläum, verbunden mit dem Rheinisch-Westfälischen Gaufest und dem Beziks-Trachten-Treffen im Festzelt auf dem Schützenplatz in Pingsdorf.

1997
Der Verein feierte sein 70-jähriges Gründungsfest, verbunden mit dem Rheinisch-Westfälischen Gautreffen, das erstmalig im neuen Tanzsportzentrum in Brühl stattfand.

2001
Seit Mitte des Jahres ist der Verein in sein ehemaliges Vereinslokal "Pingsdorfer Hof" zurückgekehrt, wo er mit seinen Mitgliedern und vor allem mit der Trachtengruppe, die wieder auf 12 Paare angewachsen ist, probt und zusammentrifft.

2002
Der Verein feierte sein 75-jähriges Vereinsjubiläum, verbunden mit dem Gautrachtentreffen des Rheinisch-Westfälischen Gauverbandes, das am 25. und 26. Mai im Festzelt auf dem Pingsdorfer Schützenplatz Hüllenweg stattfand.

2007
Im Tanzsportzentrum Brühl feierte der Verein am 4. August sein 80-jähriges Vereinsjubiläum, das wiederum mit dem Gautrachtentreffen des Rheinisch-Westfälischen Gauverbandes verbunden war.

2010
Am 25.-26. September feierten wir das 50. Brühler Oktoberfest im Tanzsportzentrum Brühl. Als Stargäste konnten wir die Sieger des "Grand-Prix der Volksmusik 2010" Florian Fesl & Belsy verpflichten. Es war ein tolles Fest.

2012
Im Tanzsportzentrum Brühl feierte der Verein am 29. und 30. September sein 85-jähriges Vereinsjubiläum. Als Stargäste konnten wir "Die Geininger" und Harry&Chris verpflichten.

2015
In diesem Jahr feierten wir am 26. und 27. September unser 55. Oktoberfest und unser 88-jähriges Vereinsjubiläum im "Brauhausgarten Alt Brühl" unserem neuen Veranstaltungsort. Als Stargast konnten wir "Marita Köllner" verpflichten. Unsere Oktoberfestkapelle "Die Spessarteichen" heizte unser Publikum ein und war ebenfalls ein Höhepunkt unseres Festes. Mit einem musikalischen Frühschoppen am Sonntagmorgen haben wir das Fest ausklingen lassen.

2017
Nun stehen wir vor unserem 90-jährigen Vereinsjubiläum das wir am 30.09. im Brauhausgarten „Alt Brühl“ feiern. In den 90 Jahren Vereinsarbeit haben wir durch Idealismus einerseits, aber auch durch hervorragende Unterstützung breiter Teile unserer Bevölkerung andererseits, die Zielsetzung unseres Vereins verfolgt, das Brauchtum der bayerischen Heimat außerhalb der weißblauen Pfähle zu pflegen und die Sitten und Gebräuche zu erhalten und auch in Zukunft an die Jugend weiterzugeben, getreu nach unserem Wahlspruch :

" Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten. "

Danach wird sich auch die Zukunft unsere Vereinsarbeit ausrichten.

" Treu der Sitt ! - Treu der Tracht ! - Treu der Heimat ! "

 zurück zur Startseite